Spass muss sein! - Interview mit «Bagatello»
Bagatello sind im Augenblick nicht zu stoppen! Mit ihren «Gesangs-Comedy-Shows» sind sie schon seit 10 Jahren erfolgreiche Entertainer. Heute erscheint die DVD ihrer Show «Jukebox», mit welcher Bagatello voraussichtlich noch bis anfangs nächstes Jahr auf Tournee sein wird.
Was habt ihr für eine Ausbildung gemacht? Gesang? Schauspiel?
Adi: Wir sind per Zufall alle Lehrer. Das ist unsere Grundausbildung. Vor Bagatello hat dann jeder seinen eigenen Job, die einen haben Schule gegeben, die anderen anderes. Mittlerweile ist Bagatello unser Beruf.
Grossi: Die Gesangsausbildung ist bei uns sehr unterschiedlich. Ich war zum Beispiel seit Kindesbeinen in verschiedenen Chören, habe 4 Jahre Jazzunterricht gehabt und Gesangsunterricht, seit ich 13 oder 14 bin. Das ist aber nur meine Geschichte, bei Bagatello hat jeder seinen individuellen Weg. Das ist es was uns ausmacht, das Gleichgewicht aus diesen ganz unterschiedlichen Voraussetzungen, die wir mitbringen.
Was heißt Bagatello?
Grossi: Irgendwann hat einer «Bagatello» gesagt und die anderen «Wow, geil!» Witzig ist, dass es in Deutschland einen Zauberer gibt, der sich der Große Bagatello nennt und in Argentinien gibt’s einen Pater, Raul Bagatello, ein sehr cooler, sozial engagierter Mensch, welcher diesen Namen gekriegt hat.
Wie entsteht eine Show wie «Jukebox»?
Adi: An «Jukebox» hatten wir über ein Jahr, bis die Show stand. Zuerst wollten wir eine «Best Of»- Show machen, bei der das Publikum die Songs auswählen kann. Dann haben wir gemerkt, dass wir keine Lust auf die alten Songs haben, weil die neuen einfach mehr abgehen. Jetzt haben wir fast ausschließlich neue Songs in der Show. Vielleicht wird ja das nächste Programm ein «Best Of»…
Was hat der Preis „Walo“ für euch verändert?
Grossi: Es war vor allem endlich mal eine Anerkennung für diese 15 Jahre Bühnenarbeit! (lacht) Mit Bagatello sind wir halt wirklich einen ganz speziellen Weg gegangen. Die Comedy-Szene hat gesagt, wir seien Musiker, die Musik-Szene hat gesagt, wir seien Comedians, die Kleinkunst-Szene meinte, wir könnten keine Kleinkünstler sein, wenn wir vor 20.000 Leuten auftreten. Es wollte uns eigentlich niemand, abgesehen vom Publikum.
Letzte Frage: Braucht es Bagatello?
Adi: Wenn ich Mails und Gästebucheinträge lese, die wir kriegen, dann glaube ich, dass es schön ist, dass es uns gibt und, dass es gut tut. Das ist sicher nicht bei allen gleich, aber bei denen, die sich bei uns melden, da hat man schon das Gefühl, ihnen drei Stunden geschenkt zu haben, die sie nie wieder vergessen werden. Ich glaube wir können die Leute glücklich machen und Glück braucht es auf dieser Welt.
Grossi: Ich glaube das wäre eine Tragödie ohne uns. (lacht). Ich bin wirklich überzeugt, von dem, was wir machen. Gerade gestern, als ich auf der Strasse war, habe ich bemerkt, wie ein Mädchen mich erkannt hat und ihre Mutter so lang terrorisiert hat, bis ihre Mutter gefragt hat, ob ich der Grossi von Bagatello sei und ob sie schnell zu mir kommen könnten. Sie haben mir dann erzählt von einem Konzert, an dem sie gewesen seien und ich habe vielleicht zwei, drei Minuten mit ihnen gesprochen. Auf einmal sagt das Mädchen «Das ist der schönste Tag meines ganzen Lebens!» Wenn so etwas dann passiert, dann denke ich, ja, es braucht uns, unbedingt.
Adi: So Erlebnisse geben eine auch wieder Kraft und Motivation für Momente, in denen es weniger leicht ist.
(http://www.nachrichten.ch/detail/310631.htm)